15. Juli 2020

Schlüsselqualifikationen

Was Schlüsselqualifikationen sind und was diese mit der beruflichen Handlungskompetenz zu tun hat, lesen Sie hier. Grundsätzlich geht es bei diesem Begriff um „persönliche Eigenschaften“ eines Menschen. Fachlich ausgedrückt sind es extrafunktionale Qualifikationen der Kompetenzen. Die Schlüsselqialifikationen sind somit Eigenschaften, welche die Kompetenzen ausbauen!

Gerne gehe ich auf die Schlüsselqualifikationen konkreter ein. Da diese immer wieder hinterfragt werden, bringen wir heute ein wenig Licht ins Dunkle.

Im Laufe einer Berufsausbildung sollen die Auszubildenden zum Erlernen der beruflichen Handlungsfähigkeit in den beruflichen Kompetenzen trainiert werden. Diese Kompetenzen werden berufliche Handlungskompetenzen genannt. Die Schlüsselqualifikationen sind also im Wesentlichen die einzelnen Bausteine der Kompetenz und bauen diese aus.

Wir werden in diesem Beitrag auch weiter unten Beispiele geben. So ordnen wir den jeweiligen Kompetenzen auch Schlüsselqualifikationen zu.

Da Sie diese und weitere Themen zur Ausbildereignungsprüfung beherrschen sollen, können Sie in einem AEVO Online Seminar alle Themen der Ausbildereignung erlernen.
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Berufliche Handlungskompetenz und Schlüsselqualifikationen

Was hat die berufliche Handlungskompetenz mit Schlüsselqualifikationen zu tun? Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns zu Erst an, welche Kompetenzen die berufliche Handlungskompetenz ausmacht.

Kompetenzen der beruflichen Handlungskompetenz:

  • Fachkompetenz (besitzt keine Schlüsselqualifikationen)
  • Methodenkompetenz (besitzt Schlüsselqualifikationen und ist somit eine Schlüsselkompetenz)
  • Individualkompetenz (besitzt Schlüsselqualifikationen und ist somit eine Schlüsselkompetenz)
  • Sozialkompetenz (besitzt Schlüsselqualifikationen und ist somit eine Schlüsselkompetenz)

Grundsätzlich ist eine Kompetenz die Summe der Erfahrungen, die ein Auszubildender gemacht hat. Damit er die vom Ausbilder vermittelten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten jedoch umsetzen kann, muss der junge lernende Mensch noch viel üben. Jetzt kommen die einzelnen Bausteine der Kompetenzen ins Spiel, da diese die Schlüsselqualifikationen sind.

Nehmen wir doch einmal an, dass Sie Ihren Auszubildenden teamfähig ( = Schlüsselqualifikation) machen möchten, dann werden Sie ihn in Gruppenarbeiten oder in Projekten einbinden. Immer wenn Ihr Auszubildender mit mehreren Personen interagieren muss, um zum Ziel zu gelangen trainieren Sie die Teamfähigkeit.

Da der Auszubildende in der Interaktion mit Menschen immer besser wird ( = Summe der Erfahrungen) steigert der Auszubildende seine Sozialkompetenz.

Im nachfolgenden Lernvideo wird das einmal sehr schön veranschaulicht.

Ein hilfreiches Lernvideo zu Schlüsselqualifikationen und beruflicher Handlungskompetenz

Lernen Sie hier für die Ausbildung die Bedeutung der Schlüsselqualifikationen kennen.

Was sind Schlüsselkompetenzen?

Unter dem Begriff Schlüsselkompetenzen verstehen wir jene Kompetenzen denen auch Schlüsselqualifikationen zuzuordnen sind. Somit sind also die nachfolgenden drei Kompetenzen ebenfalls als Schlüsselkompetenzen zu bezeichnen.

  • Sozialkompetenz
  • Methodenkompetenz
  • Individualkompetenz

Wenn ein Unternehmen einen Azubi oder Mitarbeiter sucht, werden diese Schlüsselkompetenzen bereits verlangt. Das bedeutet, dass sogar der Auszubildende bereits Schlüsselqualifikationen besitzt. Jedes Unternehmen bestimmt selber, welche persönlichen Eigenschaften ihnen wichtig sind. Bei den Auszubildenden werden diese persönlichen Eigenschaften in den Schlüsselkompetenzen noch weiter ausgebaut.

Wieso ist die Fachkompetenz keine Schlüsselkompetenz?

Fachkompetenzen sind das Fachwissen. Der Auszubildende erlernt zu seinem Beruf die fachlichen Ausdrücke. Dies sind aber keine „persönlichen Eigenschaften“. Würde der Auszubildende, neben den Fachwörtern nichts weiter lernen, so hätten sie am Ende einen Theoretiker, der jedoch nichts umsetzen kann. Also unterstützen die Schlüsselqualifikationen im Endeffekt die Umsetzungen der Theorie. Also trainieren Sie als Ausbilder mit Ihrem Auszubildenden ganzheitlich.

Worin unterscheiden sich Schlüsselkompetenzen von Schlüsselqualifikationen?

Während die Sozialkompetenz, Methodenkompetenz und die Individualkompetenz zu den Schlüsselkompetenzen zählen, unterscheiden wir in ihnen noch die Schlüsselqualifikationen. Das bedeutet im Klartext, dass der Schlüsselkompetenz „Sozialkompetenz“ nicht nur die Schlüsselqualifikation „Teamfähigkeit“ wie im oberen Beispiel zuzuordnen ist, sondern auch noch viele weitere Schlüsselqualifikationen.

Diese schauen wir uns jetzt an und ordnen jeder Schlüsselkompetenz 5 persönliche Eigenschaften zu!

Schlüsselqualifikationen Beispiele

  • Schlüsselqualifikationen Beispiele zur Sozialkompetenz
    Wie gesagt, es geht immer um die Interaktion mit anderen Menschen!
    • Teamfähigkeit
    • Empathie
    • Kritikfähigkeit
    • Kommunikationsfähigkeit
    • Konfliktfähigkeit
  • Schlüsselqualifikationen Beispiele zur Methodenkompetenz
    Hier geht es immer um das „WIE“ komme ich zum Ziel!
    • Prozessdenken
    • lösungsorientiertes Arbeiten
    • selbstständiges Arbeiten
    • Entscheidungen treffen
    • Transferfähigkeit
  • Schlüsselqualifikationen Beispiele zur Individualkompetenz
    Hier geht es immer um das „Individuum“ also nur den individuellen Auszubildenden!
    • Ausdrucksfähigkeit
    • Pünktlichkeit
    • Zuverlässigkeit
    • Ordentlichkeit
    • Geduldigkeit

Ich hoffe, ich konnte Ihnen das Thema näher bringen. Über Anregungen oder Fragen freue ich mich in den Kommentaren.

Falk Leisgen

Autor: Falk Leisgen ist als Ausbilder-Experte in NRW positioniert. Er leitet im Jahr ca. 35 Kurse für angehende Ausbilder und bereitet im Schnitt 500 Menschen auf die AEVO Prüfung vor. Neben der Vorliebe Ausbilder zu unterstützen bekleidet Falk Leisgen unterschiedliche Prüfungsausschüsse bei der IHK.

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